Besonderheiten

Besonderheiten

Caféhauslesungen – Literatur mit Herz

Mit Unterstützung der Stadt Lage fanden wir im Haus des Gastes in Hörste unser kulturelles Zuhause. Damals gehörte dazu das Restaurant „Pongauer Stube“, das über viele Jahre zum Mittelpunkt unserer Caféhauslesungen wurde.

Die Tradition der Caféhauslesung reicht weit zurück. Schon vor Jahrhunderten trafen sich Schriftsteller und Künstler in Kaffeehäusern, um ihre Werke vor Publikum zu lesen. Diese Idee griffen wir auf und führten sie in Hörste fort.

In den ersten Jahren durften wir rund 50 Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland begrüßen. Für viele war es der erste öffentliche Auftritt. Manche nahmen lange Zugfahrten und erhebliche persönliche Kosten auf sich, nur um ihre Texte mit anderen Literaturfreunden zu teilen. Das Engagement aller Beteiligten war beeindruckend.

Lesung im Hof vom Haus des Gastes und Lesung von Manfred Bittelbrunn

Unsere Veranstaltungen wurden vollständig ehrenamtlich organisiert. Sponsoren oder öffentliche Fördermittel gab es nicht. Viele Ausgaben wurden privat getragen. Umso dankbarer sind wir unserem damaligen Restaurantpächter, der uns mit großem Einsatz unterstützte.

Radio Neda – Literatur über Grenzen hinweg

Ein besonderes Projekt war Radio Neda – Netzwerk der Autoren.

Über ein Internetradio sendeten wir klassische Musik, ergänzt durch Gedichte und Texte unserer Mitglieder. Die Zuhörer konnten sich aus verschiedenen Ländern live zuschalten. Oft hörten etwa zwanzig Menschen gleichzeitig zu.

Um die Gäste im Restaurant an diesem besonderen Erlebnis teilhaben zu lassen, befestigten wir gemeinsam mit dem Wirt ein Mikrofon an einem Besenstiel unter der Decke vor einem Lautsprecher. So konnten die Besucher unsere europaweiten Liveübertragungen miterleben. Wenn wir ankündigten, dass Zuhörer aus Frankreich, Spanien, Österreich, den Niederlanden, den USA oder Südafrika dabei waren, entstand eine ganz besondere Atmosphäre. Tatsächlich stammten viele dieser Zuhörer aus unserem internationalen Forum – für die Gäste war es dennoch ein beeindruckendes Zeichen der weltweiten Verbundenheit.

Mehr als Lesungen

Aus den Caféhauslesungen entwickelten sich gesellige Kulturabende mit Musik, Gesang und Gitarrenbegleitung. Es entstanden Freundschaften, die bis heute bestehen. Aus einer kleinen Gemeinschaft wurde im Laufe der Jahre ein internationales Netzwerk von Menschen, die Literatur und Kunst verbindet.

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Mitglieder aus dem Garten der Poesie, auch als Theatergruppe gefeiert

Unterwegs in Deutschland und Europa

Schon bald reichten uns die Veranstaltungen in Hörste nicht mehr. Wir gingen mit unseren Lesungen auf Reisen und präsentierten den Garten der Poesie weit über die Grenzen Lippes hinaus.

Ankündigungsplakate für diverse Lesungen in Europa

Wir waren unter anderem zu Gast in:

  • Bad Salzuflen
  • Bielefeld
  • Berlin
  • Northeim
  • Homburg
  • Kelmis (Belgien)
  • Andernach
  • Köln
  • Fulda

Bei vielen Veranstaltungen stellten wir gleichzeitig die kulturellen und touristischen Besonderheiten unserer lippischen Heimat vor.

Leipziger Buchmesse

Ein besonderer Meilenstein waren unsere drei Teilnahmen an der Leipziger Buchmesse mit einem eigenen Messestand.

Beim ersten Mal wurden wir noch belächelt. Beim zweiten Mal lasen unsere Autorinnen und Autoren bereits auf der Messebühne aus ihren Werken. Beim dritten Besuch waren wir als Literaturgemeinschaft anerkannt und wurden ernst genommen.

Messestand auf der Leipziger Buchmesse

Jede Autorin und jeder Autor beteiligte sich mit einem kleinen Kostenbeitrag, sodass wir den gemeinsamen Messestand finanzieren konnten.

Unser Buchmarkt

Ein weiteres großes Projekt war die Organisation eines eigenen Buchmarktes mit 23 Verlagen und Autorinnen und Autoren.

Die erste Veranstaltung fand große Resonanz und zog Besucher auch aus anderen Regionen an. Im zweiten Jahr war das Interesse geringer. Deshalb entschieden wir uns, den Buchmarkt nicht fortzuführen.

Heute betrachten wir diese Entscheidung mit etwas Wehmut. Vielleicht hätten wir mit Ausdauer noch mehr erreichen können. Doch wie so oft entschieden letztlich die finanziellen Möglichkeiten über das Machbare.

Unser Weg

Rückblickend sind wir stolz auf das, was aus einer kleinen Idee entstanden ist. Ohne Sponsoren, ohne große finanzielle Mittel, aber mit viel Herzblut, Idealismus und ehrenamtlichem Engagement konnten wir zahlreiche kulturelle Projekte verwirklichen.

Diese Geschichte gehört zum Garten der Poesie – und sie zeigt, dass Leidenschaft, Gemeinschaft und Kreativität oft mehr bewegen können als große Budgets.